Dieses Kapitel hilft Ihnen, sich in Deutschland mit einem Elektroauto zurechtzufinden: Was kostet der Kauf und Betrieb? Wie funktioniert das unübersichtliche Netz öffentlicher Ladestationen? Welche Fördermittel können Sie beim Laden zu Hause geltend machen? Und wo gibt es wirklich Geld zu verdienen – sowohl bei den noch verfügbaren als auch bei den weggefallenen Förderprogrammen. Elektrofahrzeuge, in Deutschland Elektrofahrzeuge oder kurz E-Autos genannt, sind mittlerweile alltäglich und keine Neuheit mehr. Doch die Regelungen und Fördermöglichkeiten haben sich zwischen 2023 und 2026 deutlich verändert. Vieles, was Sie auf älteren Seiten lesen, ist daher nicht mehr aktuell. Ziel dieses Kapitels ist es, Ihnen einen klaren Überblick über die aktuelle Situation zu geben, damit Sie entscheiden können, ob ein Elektroauto für Sie sinnvoll ist und keine Fördermittel verschenken, falls Sie bereits eines besitzen.
Kurzer Hinweis zum Umfang: Dies ist nur die spezifische Ebene für Elektrofahrzeuge. Die alltäglichen Formalitäten des Autobesitzes in Deutschland – Zulassung, Hauptuntersuchung (TÜV), Kfz-Haftpflichtversicherung und Kfz-Steuer – werden in unserem Ratgeber behandelt. Autofahren in DeutschlandWir verweisen Sie darauf, anstatt es zu wiederholen, und konzentrieren uns auf die tatsächlichen Unterschiede beim Elektroantrieb. Dies stellt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar; wo es um Geld und Recht geht, betrachten Sie dies bitte als Ausgangspunkt und überprüfen Sie die Details für Ihre individuelle Situation.
Was ein Elektroauto verändert und was nicht
Ein batterieelektrisches Auto (BEV, oder reines Elektrofahrzeug) wird genauso zugelassen, versichert und geprüft wie ein Benzin- oder Dieselauto. Sie gehen weiterhin zur Zulassungsstelle, benötigen weiterhin eine Kfz-Haftpflichtversicherung vor der Zulassung und müssen das Auto weiterhin alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung bringen. Falls Ihnen das alles neu ist, lesen Sie bitte weiter. Autofahren in Deutschland Lesen Sie zunächst den Leitfaden, denn alles darin gilt auch für Elektroautos. Die Unterschiede sind geringer als in der Werbung suggeriert: Sie betreffen die Kfz-Steuer, die Art des Tankens und einige wenige Rechte und Förderungen, die nur für Elektrofahrzeuge gelten.
Die wichtigsten Vorteile von Elektroautos, die im Folgenden erläutert werden, sind folgende: Batterieelektrische Autos sind für einen bestimmten Zeitraum von der Kfz-Steuer befreit. Als Besitzer eines Elektroautos können Sie Ihre zertifizierten CO₂-Einsparungen einmal jährlich über das sogenannte THG-Quote-Programm verkaufen und sich diese auszahlen lassen. Das Aufladen erfolgt über zwei Arten von Ladestationen – langsamer Wechselstrom und schneller Gleichstrom – und über eine Vielzahl von Karten, Apps und Tarifen, die die Kosten für denselben Strom stark beeinflussen können. Und wenn Sie zu Hause laden möchten, haben Mieter und Wohnungseigentümer laut Gesetz nun das Recht, eine Ladestation zu installieren, selbst gegen den Widerstand des Vermieters oder der Miteigentümer. Ansonsten ist das Auto einfach nur ein Auto.
Eine weitere Grenze. Wenn Sie die Anschaffung eines Elektroautos gegen den Verzicht auf ein eigenes Auto abwägen, sind Carsharing und Kurzzeitmietwagen für Elektroautos ein separates Thema, das in unserem Leitfaden behandelt wird. Carsharing und AutovermietungElektrofahrräder und Pedelecs, die sich rechtlich deutlich von Autos unterscheiden, gehören zu unserem Leitfaden über Fahrradkultur und -routenIn diesem Kapitel geht es um den Besitz und Betrieb eines Elektroautos.
Die Subventionsrealität im Jahr 2026
Beginnen wir mit der Korrektur, denn fast alle älteren Seiten enthalten falsche Informationen. Der Bundeszuschuss für den Kauf von Elektroautos, der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ausgezahlt wurde und an den sich jeder erinnert, endete abrupt am 17. Dezember 2023, da die Mittel erschöpft waren. In den darauffolgenden rund zwei Jahren gab es überhaupt keine Bundesförderung mehr für den Kauf eines Elektroautos, und viele Online-Ratgeber beschreiben den alten Umweltbonus immer noch so, als ob man ihn noch beantragen könnte. Das ist nicht mehr möglich. Er wurde eingestellt.
Neu im Jahr 2026 ist die Rückkehr des Bundeszuschusses für den Fahrzeugkauf – allerdings in veränderter Form. Ein neues Förderprogramm, das ab Frühjahr 2026 für Fahrzeuge mit Erstzulassung ab dem 1. Januar 2026 beantragt werden kann, richtet sich stärker an Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen als der frühere Pauschalbetrag. Im Wesentlichen wird ein Grundbetrag für ein batterieelektrisches Auto gezahlt, für einen Plug-in-Hybrid ist der Betrag geringer, wobei die Höhe für Haushalte mit niedrigerem zu versteuernden Einkommen und für Familien mit Kindern steigt. Da die genauen Einkommensgrenzen, die zuständige Behörde und das Budget im Laufe der Programmumsetzung unterschiedlich angegeben wurden und die Fördermittel – ähnlich wie beim Umweltbonus – erschöpft sein können, nennt dieser Leitfaden bewusst keine genauen Zahlen, da diese möglicherweise bereits veraltet sind. Bevor Sie sich auf etwas verlassen, prüfen Sie bitte die aktuellen Bedingungen und die Verfügbarkeit von Fördermitteln auf den offiziellen Webseiten: ADAC-Überblick zur Förderung von Elektroautos und dem zuständigen Bundesministerium. Seien Sie gegenüber Händlern, die Ihnen eine bestimmte Förderung versprechen, mit Vorsicht zu genießen und überprüfen Sie die Angaben selbst.
Zwei Dinge haben sich nicht geändert und sind wissenswert. Erstens: Wenn Sie einen Elektro-Dienstwagen fahren, wird der geldwerte Vorteil deutlich großzügiger berechnet als bei einem Verbrenner: Der monatliche private Nutzungsvorteil basiert auf einem Bruchteil des Listenpreises anstatt der üblichen ein Prozent. Dadurch kann ein elektrischer Dienstwagen auf Ihrer Gehaltsabrechnung merklich günstiger ausfallen. Fragen Sie Ihren Arbeitgeber oder Ihren Steuerberater, wie Ihr konkretes Fahrzeug steuerlich behandelt wird. Zweitens: Hersteller und Leasinggesellschaften haben die Lücke, die der Umweltbonus hinterlassen hat, teilweise mit eigenen Rabatten und ähnlichen Vergünstigungen geschlossen. Dabei handelt es sich jedoch um kommerzielle Angebote, nicht um staatliche Zuschüsse – lesen Sie das Kleingedruckte und gehen Sie nicht davon aus, dass diese garantiert sind.
THG-Zitat: Geld verdienen mit Ihren Emissionseinsparungen
Das ist etwas, wovon viele Neulinge nie hören: Geld, das Ihnen allein für den Besitz eines Elektroautos zusteht. Jedes Jahr müssen Mineralölkonzerne in Deutschland die Treibhausgasintensität ihrer Kraftstoffe reduzieren – eine Pflicht, die als Treibhausgasminderungsquote oder kurz THG-Quote bekannt ist. Da Ihr Elektroauto CO₂ einspart, das sonst ausgestoßen worden wäre, können Sie diese Einsparungen zertifizieren lassen und an einen Konzern verkaufen, der sie zur Erfüllung seiner Quote benötigt. Sie müssen den Mechanismus nicht verstehen. Sie müssen die Prämie lediglich beantragen.
Das Verfahren ist einfach. Einmal jährlich registrieren Sie sich bei einem der vielen Vermittlungsanbieter – der ADAC, Energieunternehmen wie die EnBW und zahlreiche Spezialdienstleister bieten diesen Service an – und laden ein Foto oder einen Scan Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil I (oft noch Fahrzeugschein genannt) hoch. Der Anbieter bündelt Ihre Ersparnisse mit denen Tausender anderer, verkauft die Bescheinigung und zahlt Ihnen den entsprechenden Betrag aus. Für Sie entstehen keine Kosten, und es dauert nur wenige Minuten. Sie können dies einmal pro Kalenderjahr für dasselbe Fahrzeug tun. Die Einreichung muss bis Mitte November jedes Jahres beim Umweltbundesamt eingegangen sein, also warten Sie nicht bis zur letzten Dezemberwoche.
Seien Sie realistisch, was die Höhe der Prämie angeht, denn sie ist deutlich gesunken. In den ersten Jahren war die Auszahlung mit 250 bis 400 Euro jährlich wirklich attraktiv, doch der Preis dieser Zertifikate fiel rapide, als immer mehr Elektroautos in den Pool aufgenommen wurden. Für 2026 liegen die Auszahlungen wieder im niedrigen dreistelligen Eurobereich – die Angebote der besseren Anbieter bewegen sich um die 300 Euro, wobei die Prämien je nach Anbieter und im Jahresverlauf stark schwanken und manche deutlich weniger zahlen. Es lohnt sich, mehrere Angebote zu vergleichen, anstatt das erstbeste zu nehmen, und bei den höchsten „garantierten“ Beträgen etwas vorsichtig zu sein. Selbst bei niedrigeren Beträgen handelt es sich um Geld, das Sie sonst nie erhalten würden. Melden Sie Ihr Auto also an und sichern Sie sich Ihre Prämie. Beachten Sie, dass dies nur für batterieelektrische Autos gilt; Plug-in-Hybride sind nicht teilnahmeberechtigt.
Die Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos
Batterieelektrische Autos sind für einen festgelegten Zeitraum von der jährlichen Kfz-Steuer befreit. Dies ist einer der deutlichsten Kostenvorteile der Elektromobilität. Die Regelung findet sich im Kraftfahrzeugsteuergesetz (KraftStG) und wurde Ende 2025 verlängert. Daher sind alle Seiten mit dem alten Enddatum nicht mehr gültig. Aktuell gilt: Ein rein elektrisches Auto, das bis zum 31. Dezember 2030 erstmals zugelassen wird, ist ab dem Tag der Erstzulassung zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit – jedoch in keinem Fall über den 31. Dezember 2035 hinaus. Anders ausgedrückt: Die Zehnjahresfrist ist begrenzt: Ein beispielsweise 2029 zugelassenes Auto ist nur bis zum Stichtag 2035 von der Kfz-Steuer befreit, während eine frühere Zulassung die volle Befreiung für die gesamte Dauer bietet.
Ein paar praktische Hinweise: Die Steuerbefreiung gilt für das Fahrzeug, nicht für Sie persönlich, und bleibt auch bei einem Besitzerwechsel während des laufenden Befreiungszeitraums bestehen. Dies ist besonders beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos wichtig – prüfen Sie das Erstzulassungsdatum, um zu sehen, wie viel Steuerbefreiung noch anfällt. Die Befreiung gilt nur für vollelektrische Fahrzeuge; Plug-in-Hybride zahlen weiterhin Kfz-Steuer, die sich teilweise nach CO₂-Emissionen und teilweise nach Hubraum berechnet. Nach Ablauf des Befreiungszeitraums wird ein Elektroauto wieder nach Gewicht besteuert. Wenn Sie ungefähr wissen möchten, was ein Auto nach Ablauf der Befreiung kosten würde oder was ein Hybrid aktuell kostet, bietet Werkzeu.ge – die browserbasierte Tool-Plattform von Cryon UG (dem Unternehmen hinter WeLiveIn.de) – einen kostenlosen KFZ-Steuer-Rechner an. werkzeu.ge/de/tools/steuern/kfz-steuer-rechnerKfz-Steuer ist ohne Konto nutzbar, allerdings enthält die kostenlose Version Werbung und ist aufgrund der Beta-Phase eher eine Vorbereitungshilfe als eine offizielle Steuererklärung. Sie verwendet die offizielle Berechnungsformel, ersetzt aber nicht die Beratung durch einen Steuerberater. Die allgemeinen Funktionsweisen von Kfz-Steuer sowie die Registrierung und Bezahlung sind in der Bedienungsanleitung beschrieben. Autofahren in Deutschland -Guide.
Laden im öffentlichen Raum: Stecker, Karten und das Preislabyrinth
Es gibt zwei Arten des Ladens, und das Verständnis des Unterschieds beseitigt die meisten Missverständnisse. Wechselstrom (AC) ist die langsamere Ladeart, die man zu Hause, auf Parkplätzen, in Supermärkten und in Wohngebieten findet; eine vollständige Ladung dauert mehrere Stunden, was über Nacht oder während des Einkaufs kein Problem darstellt. Gleichstrom (DC) ist Schnellladen und findet sich an Autobahnraststätten und speziellen Ladestationen. Hier kann man die Reichweite in 20 bis 40 Minuten deutlich erhöhen. Deutschland verfügt über ein dichtes und stetig wachsendes Ladenetz: Anfang 2026 zählte die Bundesnetzagentur weit über 149,000 normale Ladepunkte und mehr als 51,200 Schnellladepunkte. Reichweitenangst ist daher deutlich weniger problematisch als früher.
Die Stecker spielen heute eine geringere Rolle als früher, da der Markt standardisiert ist. Für Wechselstromladung ist der europäische Standard der Typ-2-Stecker, der praktisch von allen modernen Autos und öffentlichen Ladestationen verwendet wird. Für Gleichstrom-Schnellladung kommt CCS (Combined Charging System) zum Einsatz, das den Typ-2-Stecker um zwei zusätzliche Hochleistungskontakte erweitert. Diesen Stecker verwenden Sie an fast allen Schnellladestationen. Der ältere japanische CHAdeMO-Standard, der einst beim Nissan Leaf weit verbreitet war, verschwindet zusehends – neue Autos unterstützen ihn kaum noch, und die Betreiber rüsten diese Stecker stillschweigend ab. Kaufen Sie daher kein Auto, das ausschließlich CHAdeMO unterstützt. Teslas Supercharger-Netzwerk in Deutschland nutzt ebenfalls CCS und ist zunehmend auch für Fahrzeuge anderer Marken zugänglich.
Die Bezahlung ist etwas kompliziert, aber Geduld ist gefragt. Es gibt im Wesentlichen zwei Zahlungsmöglichkeiten. Beim Ad-hoc-Laden wird direkt vor Ort bezahlt, ohne Vertrag. Gemäß der Ladesäulenverordnung (LSV) und EU-Vorschriften muss jede öffentliche Ladestation, die seit Mitte 2023 in Betrieb genommen wurde, die Ad-hoc-Zahlung per kontaktloser Debit- oder Kreditkarte ermöglichen – ganz ohne App oder Konto. Alternativ gibt es Ladeabonnements: Man meldet sich bei einem Mobilitätsanbieter an – beispielsweise EnBW mobility+, ADAC e-Charge, Ionity, Elli (der Service von Volkswagen), Aral pulse und andere – und nutzt deren Karte oder App. Damit profitiert man in der Regel von einem deutlich günstigeren Preis pro Kilowattstunde im Roaming-Netzwerk vieler Anbieter. Der Haken: Ad-hoc-Laden ist zwar bequem, aber teuer. Der ADAC hat festgestellt, dass Ad-hoc-Laden gut und gerne mehr als die Hälfte eines Vertragstarifs kosten kann. Bei regelmäßigem Laden amortisieren sich ein oder zwei Abonnements daher schnell.
Preise sollten am besten als Spannen betrachtet werden, da sie je nach Tarif variieren. Im Jahr 2026 kostet das öffentliche Laden mit Wechselstrom (AC) typischerweise etwa 0,38 bis 0,55 Euro pro Kilowattstunde (kWh). Schnellladen mit Gleichstrom (DC) ist teurer, üblicherweise um die 0,60 Euro, und kann an den schnellsten Ultraschnellladestationen auf 0,65 bis etwa 0,99 Euro pro kWh steigen – und die Preise für Einzelladungen können im oberen Preissegment noch höher sein. Die oft übersehene, aber wichtige Folge ist, dass öffentliches DC-Schnellladen pro 100 Kilometer teurer sein kann als Benzin, insbesondere bei einem schwereren Auto. Ganz anders sieht es beim Laden zu Hause aus: Haushaltsstrom kostet üblicherweise etwa 0,33 bis 0,35 Euro pro kWh. Die Wirtschaftlichkeit eines Elektroautos hängt daher maßgeblich davon ab, ob man zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann. Einen aktuellen Vergleich der Netze und Tarife finden Sie hier: ADAC-Gebührenübersicht ist die zuverlässigste, englischsprachige Quelle.
Zwei weitere Dinge werden Ihnen an öffentlichen Ladestationen begegnen. Erstens die Blockiergebühr: Sobald Ihr Auto voll geladen ist (oder nach einer bestimmten Zeit, oft nach ein bis zwei Stunden), erheben viele Ladeanbieter eine Gebühr pro Minute, häufig 10 bis 15 Cent, um zu verhindern, dass Ladestationen als Parkplätze missbraucht werden. Behalten Sie die App im Auge und fahren Sie Ihr Auto weg, sobald der Ladevorgang abgeschlossen ist. Zweitens die einfache Etikette, die in Deutschland ernst genommen wird: Nutzen Sie Schnelllader zum Schnellladen und lassen Sie die Steckdosen für längere Ladevorgänge frei. Trennen Sie niemals das Auto eines anderen, legen Sie das Ladekabel zurück in die Halterung und parken Sie nicht in einer markierten Ladebucht, wenn Sie nicht tatsächlich laden – das ist vielerorts nicht nur unhöflich, sondern kann sogar zum Abschleppen führen.
Laden zu Hause: Die Wallbox und Ihre Rechte als Mieter oder Eigentümer
Am günstigsten und bequemsten lädt man sein Smartphone zu Hause mit einer Wandladestation, einer sogenannten Wallbox. Eine Wallbox lädt deutlich schneller und sicherer als eine normale Haushaltssteckdose und ist daher die bevorzugte Lösung der meisten Hausbesitzer. Das größte Hindernis für Mieter oder Wohnungseigentümer in Mehrfamilienhäusern ist die Genehmigung – und hier ist das deutsche Recht ungewöhnlich hilfreich, weshalb es sich lohnt, dies zu wissen.
Mieter haben nach § 554 BGB ein berechtigtes Recht: Seit 2020 können sie vom Vermieter verlangen, bauliche Veränderungen zum Laden von Elektrofahrzeugen zu genehmigen, beispielsweise die Installation einer Wallbox. Der Vermieter kann dies nur in wenigen Ausnahmefällen ablehnen, wenn ihm die Arbeiten selbst unter Berücksichtigung ihrer Interessen nicht zumutbar sind – eine hohe Hürde. Die Kosten für die Installation und die spätere Wiederherstellung tragen in der Regel der Mieter. Er muss die Details vorab klären und vereinbaren, anstatt einfach in die Wand zu bohren. Eigentümer von Wohnungen in einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) haben nach § 20 WEG ein entsprechendes Recht: Jeder Eigentümer kann die Zustimmung der Gemeinschaft zu einer angemessenen baulichen Veränderung zum Laden von Elektrofahrzeugen verlangen. Der antragstellende Eigentümer trägt die Kosten. Die anderen Eigentümer können den Antrag nicht einfach ablehnen. Diese beiden Rechte sind sehr wichtig und werden von Neuankömmlingen oft nicht ausreichend genutzt. Wenn Sie also von einem Vermieter oder in einer Eigentümerversammlung abgewiesen werden, wissen Sie, dass das Gesetz auf Ihrer Seite steht.
Die Genehmigung ist nicht der einzige Schritt. In der Regel benötigen Sie einen Elektrofachbetrieb für die Installation der Wallbox. Wallboxen mit einer Leistung von 11 Kilowatt oder mehr müssen vor der Inbetriebnahme Ihrem Netzbetreiber gemeldet werden; Geräte mit höherer Leistung benötigen dessen Genehmigung. Finanziell gesehen gibt es keine staatlichen Förderungen für Heimladestationen mehr: Die frühere KfW-Förderung von 900 Euro für Wallboxen (Programm 440) wurde vor Jahren eingestellt, und die spätere KfW-Förderung 442, die ein Paket aus Solaranlage, Batteriespeicher und Wallbox finanzierte, ist ausgeschöpft und kann nicht mehr beantragt werden. Derzeit gibt es keine staatliche Förderung für Heimladestationen. Einige Bundesländer und Kommunen bieten jedoch noch eigene Förderprogramme an. Es lohnt sich daher, vor dem Kauf in Ihrem Bundesland oder Ihrer Stadt nach entsprechenden Angeboten zu suchen. Der Stromverbrauch Ihrer Wallbox wird über Ihren normalen Haushaltsstromtarif abgerechnet. Lesen Sie daher auch unseren Ratgeber. Verständnis von Versorgungsleistungen Informationen darüber, wie Stromverträge und -anbieter für Privathaushalte funktionieren und ob ein spezieller Tarif für Elektroautos für Sie sinnvoll ist.
Lohnt sich ein Elektroauto? Ein ehrlicher Blick
Ein Elektroauto ist nicht automatisch die richtige Wahl, und es ist ratsam, sich realistisch zu verhalten, anstatt sich treiben zu lassen. Der wichtigste Faktor ist der Ladeort. Wer zu Hause oder zuverlässig am Arbeitsplatz mit günstigem Strom laden kann, für den sind die Betriebskosten tatsächlich niedrig. Dank der Kfz-Steuerbefreiung und der jährlichen THG-Quote kann ein Elektroauto sogar deutlich günstiger sein als ein vergleichbares Verbrennerfahrzeug. Wer jedoch die meiste Zeit auf öffentliche Schnellladestationen angewiesen ist, verliert einen Großteil dieser Ersparnis, und in manchen Fällen zahlt man pro 100 Kilometer sogar mehr als für Benzin. Analysieren Sie Ihre Ladesituation realistisch, bevor Sie sich für ein Elektroauto entscheiden. Für viele ohne Heimladestation rechnet sich ein Elektroauto nicht so gut, wie es die Prospekte suggerieren.
Zwei weitere Aspekte verdienen Erwähnung. Der Wertverlust von Elektroautos war in den letzten Jahren steil und unberechenbar – das plötzliche Auslaufen des Umweltbonus im Dezember 2023 ließ die Gebrauchtwagenpreise einbrechen, und rasante Verbesserungen bei Batterie und Software können ein Auto schnell veralten lassen. Daher kann ein fast neues gebrauchtes Elektroauto für den Käufer ein Schnäppchen und für den Erstbesitzer ein schmerzlicher Verlust sein. Das hat Vor- und Nachteile: Der wachsende Markt für gebrauchte Elektroautos ist einer der besten Wege, in die Elektromobilität einzusteigen, vorausgesetzt, man prüft das Erstzulassungsdatum (für die verbleibende Steuerbefreiung) und idealerweise den Zustand der Batterie. Und planen Sie für den Winter: Bei Kälte kann die tatsächliche Reichweite spürbar sinken, oft um ein Fünftel oder mehr, da sowohl die Batterie als auch die Heizung Strom verbrauchen. Die im Datenblatt angegebene Reichweite ist daher ein optimales Szenario für den Sommer und keine Garantie für den Januar.
Nichts davon ist ein Grund, kein Elektroauto zu kaufen. Es geht vielmehr darum, die Kaufentscheidung an den eigenen Bedürfnissen und nicht an den Marketingversprechen auszurichten. Wer einen privaten Stellplatz hat, eine Wallbox installieren kann, hauptsächlich im Nah- und Fernverkehr unterwegs ist und das Auto mehrere Jahre behalten möchte, für den spricht vieles. Wer hingegen in einer Wohnung ohne realistische Lademöglichkeit lebt und häufig kurzfristig längere Strecken zurücklegt, sollte andere Optionen in Betracht ziehen – beispielsweise den Verzicht auf ein Auto und die Nutzung eines Elektroautos. Carsharing und Autovermietung Wenn Sie einen brauchen – der Ihnen vielleicht besser dienen kann.
Was ist als nächstes zu tun?
Besitzen Sie bereits ein Elektroauto? Dann erledigen Sie diesen Monat zwei Dinge: Melden Sie es für den THG-Quote an, um Ihre jährliche Zahlung vor Mitte November zu erhalten, und überprüfen Sie, ob Ihre Kfz-Steuerbefreiung registriert ist, damit Ihnen keine fehlerhafte Rechnung gestellt wird. Falls Sie den Kauf eines Elektroautos erwägen, klären Sie zunächst Ihre Lademöglichkeiten – zu Hause, am Arbeitsplatz oder an öffentlichen Ladestationen –, da diese wichtiger sind als das Auto selbst. Prüfen Sie anschließend die aktuellen Förderbedingungen des Bundes und ob noch Mittel verfügbar sind. ADAC-Förderübersicht, anstatt dem Versprechen eines Händlers oder einer veralteten Webseite zu vertrauen.
Wenn Sie eine Wohnung mieten oder besitzen und Ihr Elektroauto zu Hause laden möchten, sollten Sie frühzeitig die Genehmigung einholen. Beachten Sie dabei, dass Ihnen § 554 BGB und § 20 WEG einen entsprechenden Anspruch einräumen. Beauftragen Sie außerdem einen zertifizierten Elektriker, der die Meldung an den Netzbetreiber vornehmen kann. Und was die üblichen Aspekte der Fahrzeughaltung betrifft, die ein Elektroauto mit jedem anderen Auto teilt – Zulassung, Versicherung, TÜV und Kfz-Steuer nach Ablauf der Befreiung –, sollten Sie sich an unsere Experten wenden. Autofahren in Deutschland Mit dem richtigen Ratgeber. Kaufen Sie ein Elektroauto passend zu Ihrem Fahr- und Ladeverhalten, nutzen Sie Ihre Fördermöglichkeiten und ein Elektroauto in Deutschland kann eine entspannte und kostengünstige Art der Fortbewegung sein.
Quellen
Die Informationen in diesem Kapitel basieren auf den unten aufgeführten offiziellen Quellen und Veröffentlichungen und wurden zuletzt im Juli 2026 überprüft. Es handelt sich um allgemeine Orientierungshilfen, nicht um individuelle Rechts-, Steuer- oder medizinische Beratung.
- adec.de
- §3d KraftStG
- §554 BGB
- §20 WEG
- KfW
- ADAC-Gebührenübersicht
