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DTZ-Deutschtest wird ab 1. November strenger

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Ein leerer Klassenraum mit Holztischen, leeren Blättern und Stiften, die Fenster gehen auf eine gepflasterte Straße mit Fachwerkhäusern.

Deutschland verschärft die Bewertungsregeln für den DTZ-Deutschtest, den Deutsch-Test für Zuwanderer, mit dem jeder staatlich geförderte Integrationskurs endet. Ab dem 1. November 2026 können Teilnehmende kein Gesamtergebnis B1 mehr erreichen, wenn sie einen der schriftlichen Teile leer lassen oder sehr schlecht bearbeiten. Die Änderung erfolgt durch eine geänderte Integrationskurstestverordnung, die Verordnung, die festlegt, wie die Prüfungen der Integrationskurse bewertet werden. Sie wurde am 20. Oktober im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt am ersten Novembertag in Kraft.

Für viele Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland hat der DTZ Folgen, die über den Unterricht hinausgehen. Ein B1-Ergebnis ist der Sprachnachweis, den die meisten für eine Niederlassungserlaubnis oder die deutsche Staatsangehörigkeit brauchen, daher kann schon eine kleine Änderung der Bewertungsregeln darüber entscheiden, ob ein Antrag vorankommt oder stockt.

Was sich beim DTZ-Deutschtest ändert

Der DTZ-Deutschtest hat drei Teile, die für das Sprachniveau zählen: Sprechen, einen kombinierten Teil Hören und Lesen sowie Schreiben. Bis Ende Oktober ließ die Regel für ein Gesamtergebnis B1 mehr Spielraum. Teilnehmende brauchten B1 im Sprechen und B1 entweder in Hören und Lesen oder im Schreiben. Für den verbleibenden Teil gab es überhaupt keine Mindestanforderung, sodass man dort fast null Punkte erzielen und trotzdem ein B1-Zertifikat erhalten konnte.

Das Informationsnetzwerk zum Flüchtlingsrecht asyl.net, das die geänderte Verordnung und den Entwurf des Bundesinnenministeriums zusammenfasst, beschreibt die neue Regel so: Im Sprechen muss weiterhin B1 erreicht werden, und einer der beiden schriftlichen Teile muss weiterhin B1 erreichen, während der andere Teil nun mindestens A2 erreichen muss. Wie asyl.net hervorhebt, bedeutet das, dass beide schriftlichen Teile ernsthaft bearbeitet werden müssen. Eine Prüfung mit einem leeren Teil kann nicht mehr mit B1 bestanden werden.

Wer die Anforderungen nicht erfüllt, kann trotzdem ein Zertifikat erhalten. Laut dem Migrationsportal Migrando erhalten diese Personen je nach Punktzahl entweder ein A2-Zertifikat oder nur eine Ergebnismitteilung. Dieser Unterschied ist wichtig, denn das Niveau A2 reicht für eine Einbürgerung nicht aus.

Warum das Innenministerium die Regeln verschärft

Das Bundesinnenministerium (BMI) unter Alexander Dobrindt (CSU) bezeichnet die Reform als Reaktion auf eine Zunahme von Betrugsfällen. Sein Verordnungsentwurf vom 8. Oktober beschrieb ein bestimmtes Muster: Teilnehmende kauften im Internet die richtigen Antworten für den Multiple-Choice-Teil Hören und Lesen, trugen sie ein und ließen den Teil Schreiben komplett leer. Nach der alten Bewertung reichte das zum Bestehen.

Ein Sprecher des Ministeriums sagte The Local, Prüfungsfragen und Antworten seien in den vergangenen Jahren wiederholt illegal zum Kauf angeboten worden. Das Ministerium hat keine Zahlen dazu veröffentlicht, wie viele Fälle aufgedeckt wurden, und erklärte, es könne noch nicht beurteilen, ob die strengere Bewertung den Anteil der Teilnehmenden verändern wird, die B1 erreichen. Die Regierung argumentiert zudem, dass geschriebenes Deutsch im Alltag wichtig sei, etwa im Umgang mit Behörden oder bei Bewerbungen.

Ein leerer moderner Klassenraum mit Holztischen, schwarzen Stühlen, leeren Blättern und Bleistiften vor einem leeren Whiteboard.

Wen der strengere DTZ-Deutschtest betrifft

Die neuen Regeln gelten nach Angaben des Ministeriums gegenüber The Local für alle, die den DTZ-Deutschtest am oder nach dem 1. November ablegen. Dazu gehören auch Menschen, die ihren Integrationskurs schon vor Monaten unter den alten Regeln begonnen haben. Es gibt keine Ausnahme für Lernende, die bereits mitten im Kurs sind oder Anfang November einen Prüfungstermin haben.

Die gesetzlichen Sprachanforderungen selbst ändert die Reform nicht. Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht verlangt weiterhin in der Regel B1, und auch die Regeln für die Niederlassungserlaubnis bleiben unverändert. Es ändert sich nur, wie das DTZ-Ergebnis berechnet wird. In der Praxis kostet ein schwacher schriftlicher Teil nun alle, die den DTZ für einen Daueraufenthalt oder einen deutschen Pass nutzen wollen, ihr B1-Zertifikat.

Die Änderung betrifft nur den DTZ am Ende eines Integrationskurses. Sie gilt nicht für die B1-Prüfungen anderer anerkannter Anbieter, die man nach einem privaten Sprachkurs oder ganz unabhängig ablegen kann, ohne einen Integrationskurs zu besuchen.

Alte Zertifikate und andere B1-Prüfungen bleiben gültig

Bestehende DTZ-Zertifikate bleiben gültig. Nach einer Klarstellung durch das Bundesinnenministerium und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) berichtete The Local am 28. Oktober, dass DTZ-Zertifikate, die vor dem 1. November ausgestellt wurden, für Einbürgerungs- und Aufenthaltsverfahren gültig bleiben. Wer ein solches Zertifikat hat, muss die Prüfung nicht wiederholen, nur weil sich die Bewertung geändert hat.

Der DTZ ist nicht der einzige Weg, B1-Kenntnisse nachzuweisen. Sowohl Migrando als auch The Local nennen andere Zertifikate, die die Behörden akzeptieren, darunter telc Deutsch B1, das Goethe-Zertifikat B1 und das ÖSD Zertifikat B1. The Local nennt außerdem das DSD I, das Deutsche Sprachdiplom für Schülerinnen und Schüler. Diese Prüfungen folgen eigenen Bewertungssystemen und sind von der geänderten Verordnung nicht betroffen. Laut The Local können auch bestimmte deutsche Schulabschlüsse, Berufsabschlüsse und Hochschulabschlüsse die Sprachanforderung für die Einbürgerung erfüllen.

Eine Person mit Rucksack von hinten, die an den Stufen und der gewölbten Haustür eines alten Wohnhauses in einer herbstlichen Straße mit Bäumen vorbeigeht.

Was die Änderung beim DTZ-Deutschtest für Expats bedeutet

Wenn Sie in einem Integrationskurs sind und Ihr DTZ-Deutschtest noch bevorsteht, ist der wichtigste Schritt, den Teil Schreiben genauso ernst zu nehmen wie den Rest der Prüfung. Bitten Sie Ihre Kurslehrkraft um zusätzliche Schreibübungen und Probeprüfungen, und sorgen Sie dafür, dass Sie mindestens kurze, klare Texte auf A2-Niveau schreiben können. Wer den Schreibteil auslässt, um sich auf Hören und Lesen zu konzentrieren, verfehlt B1 jetzt mit Sicherheit.

Wenn Sie B1 für eine Niederlassungserlaubnis oder die Einbürgerung brauchen und nicht an einen Integrationskurs gebunden sind, kann es sinnvoll sein, eine der alternativen Prüfungen wie telc oder Goethe B1 an einer Sprachschule oder Volkshochschule zu buchen. Bevor Sie eine Prüfungsgebühr zahlen, fragen Sie bei Ihrer Ausländerbehörde oder Einbürgerungsbehörde nach, welche Zertifikate in Ihrem Fall anerkannt werden. Wenn Sie sich bei Ihrem aktuellen Niveau unsicher sind, hilft Ihnen unser Ratgeber zur Einschätzung Ihres Deutschniveaus bei der Entscheidung, welche Prüfung Sie anstreben sollten.

Wenn Sie bereits ein DTZ-Zertifikat mit B1 haben, bewahren Sie das Original und eine Kopie sicher auf und nutzen Sie es wie geplant. Da die Nachfrage nach Einbürgerungen weiterhin hoch ist, wie unser Bericht über Rekordzahlen bei Einbürgerungen zeigt, bleibt ein gültiges Sprachzertifikat eines der wichtigsten Dokumente in jeder Antragsmappe.

Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt.

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