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Der Besuch der Moschee eines Taliban-Beamten löst Aufschrei und Ermittlungen aus

by WeLiveInDE
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Nach dem Besuch eines hochrangigen Taliban-Beamten in einer örtlichen Moschee ist Köln zum Brennpunkt einer hitzigen Debatte geworden, die bei deutschen Behörden und der Öffentlichkeit gleichermaßen Empörung ausgelöst hat.

Abdul Bari Omar, Leiter der afghanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde, trat als Redner in der Chorweiler-Moschee in Köln auf, eine Veranstaltung, die seitdem von verschiedenen Seiten heftige Kritik hervorgerufen hat. Der Vorfall war besonders auffällig, da die Moschee Teil der DITIB ist, Deutschlands größtem islamischen Dachverband, der angab, sich der politischen Natur des Ereignisses nicht bewusst zu sein.

Das deutsche Außenministerium verurteilte Omars Erscheinen aufs Schärfste und betonte, dass es weder über seinen Besuch informiert noch sein Visum ausgestellt habe. Innenministerin Nancy Faeser schloss sich dieser Meinung an und erklärte, dass radikalen Islamisten in Deutschland, einem Land, das vielen Flüchtlingen vor der Unterdrückung durch die Taliban Zuflucht bietet, keine Plattform geboten werden dürfe.

Vor seinem kontroversen Auftritt in Köln war Omar zu einer Veranstaltung der Weltgesundheitsorganisation in den Niederlanden gewesen und wurde mit dem niederländischen Gesundheitsminister Ernst Kuipers fotografiert, der später sein Bedauern über die Begegnung zum Ausdruck brachte. Omars Reise durch Europa wurde durch ein Schengen-Visum erleichtert, das er bei der niederländischen Botschaft in Teheran erhalten hatte und das ihm freie Bewegung innerhalb des Schengen-Raums ermöglichte.

Die DITIB-Ortsgruppe Köln zeigte sich zutiefst enttäuscht über den Vertrauensbruch und betonte, dass der afghanische Kulturverein die Moschee entgegen der Vereinbarung für eine politische Veranstaltung missbraucht habe. Dem Verein wurde inzwischen die Nutzung der Räumlichkeiten untersagt.

Deutsche Beamte prüfen derzeit weitere Maßnahmen als Reaktion auf diesen Vorfall, wobei der Generalbundesanwalt die Taliban derzeit nicht als terroristische Organisation und damit in Deutschland nicht als illegal einstuft. Die Veranstaltung hat jedoch ernsthafte Fragen zur Visaerteilung und Grenzkontrolle aufgeworfen, die in der Zuständigkeit der Bundesregierung liegen.

Politische Persönlichkeiten wie Serap Güler, ein Bundestagsabgeordneter aus Köln, äußerten sich schockiert über den Besuch und forderten eine gründliche Untersuchung. Auch die nordrhein-westfälische Landesregierung hat den Vorfall angeprangert und einen Sprecher als inakzeptablen Akt der Verbreitung radikaler Ideologien auf deutschem Boden bezeichnet.

Das deutsche Außenministerium bekräftigte seinen Standpunkt und erklärte, es werde keine Normalisierung mit den Taliban-Behörden geben, solange diese weiterhin die Menschenrechte, insbesondere die von Frauen und Mädchen in Afghanistan, verletzen. Der Vorfall in Köln hat nicht nur eine landesweite Diskussion über die Anwesenheit und Aktivitäten umstrittener Persönlichkeiten ausgelöst, sondern auch über die kollektive Verantwortung, Menschenrechtsstandards aufrechtzuerhalten.

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