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Hausärztemangel wird bis 2040 auf 12,000 ansteigen

by WeLiveInDE
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Leerer Empfangstresen in einer deutschen Hausarztpraxis mit Wartezimmerstühlen

Einen Hausarzt in Deutschland zu finden, ist vielerorts schon jetzt schwierig, und laut einer neuen Studie wird es bald noch schwieriger werden. Eine am 20. Juli 2026 vom IGES Institut für den Bosch Health Campus veröffentlichte Studie warnt davor, dass der Hausarztmangel in Deutschland bis 2040 rund 12,000 Hausarztstellen unbesetzt lassen könnte. Das entspricht fast einem Fünftel aller Hausarztstellen im Land und ist fast dreimal so viel wie die rund 4,400 Stellen, die derzeit unbesetzt sind.

Ein Hausarzt ist der Allgemeinmediziner, der in Deutschland bei den meisten Gesundheitsproblemen die erste Anlaufstelle ist. Für ausländische Einwohner ist er der Arzt, der die Routineversorgung übernimmt, Krankschreibungen ausstellt, an Fachärzte überweist und Rezepte koordiniert. Die Studie mit dem Titel „Primärversorgung 2035+“ wurde zwar in Baden-Württemberg durchgeführt, ihre Schlussfolgerungen sind aber bundesweit gültig. Sie zeigt, dass sich die Diskrepanz zwischen der Anzahl der Hausärzte und der Anzahl der Patienten, die einen Hausarzt benötigen, deutlich vergrößern wird.

Was die Studie über den Hausarztmangel prognostiziert

Die IGES-Prognose geht davon aus, dass die Hausarztdichte bundesweit bis 2040 um rund 5 Prozent sinken wird. Auf dem Papier klingt das moderat, doch der Rückgang ist sehr ungleichmäßig verteilt. Laut der Studie würde fast jeder fünfte der rund 400 deutschen Landkreise in eine Unterversorgung abrutschen, definiert als eine Versorgung von weniger als 75 Prozent des berechneten Bedarfs. Weitere 15 Prozent der Landkreise lägen knapp an dieser Schwelle.

Die Gründe liegen in der Altersstruktur des Berufsstandes. Zwischen 2009 und 2025 wuchs die Zahl der Allgemeinmediziner lediglich um 4 Prozent – ​​das schwächste Wachstum aller medizinischen Fachrichtungen. Im gleichen Zeitraum stieg das Durchschnittsalter der Hausärzte von 52.6 auf 55 Jahre, und der Anteil der Hausärzte über 65 Jahre erhöhte sich von etwa 6 auf 16.5 Prozent. Rund ein Drittel aller Allgemeinmediziner ist mittlerweile 60 Jahre oder älter, was bedeutet, dass eine große Pensionierungswelle bevorsteht, der zu wenige jüngere Ärzte nachfolgen.

Wo der Hausärztemangel am härtesten zu spüren sein wird

Die Folgen werden nicht gleichmäßig verteilt sein, und ländliche Gebiete werden am stärksten betroffen sein. Die Studie nennt vier Landkreise in Nordrhein-Westfalen als besonders hart getroffen, mit einem prognostizierten Rückgang der Hausarztdichte um 46 bis 48 Prozent bis 2040. Wie t-online und das Deutsche Ärzteblatt berichten, handelt es sich dabei um den Hochsauerlandkreis mit rund 48 Prozent, Minden-Lübbecke und Paderborn mit jeweils rund 47 Prozent sowie den Märkischen Kreis mit etwa 46 Prozent.

Auch andere Regionen verzeichnen einen starken Rückgang. Die IGES-Analyse hebt Teile Rheinland-Pfalz hervor, darunter den Landkreis Altenkirchen und den Westerwaldkreis, wo die Ärztedichte voraussichtlich um mehr als 30 Prozent sinken wird. Das Muster ist eindeutig: Städte und ihr Umland verfügen in der Regel über genügend Ärzte, während dünn besiedelte ländliche Gebiete Schwierigkeiten haben, Ärzte zu gewinnen und zu halten. Für alle, die einen Umzug in eine kleinere Stadt oder aufs Land erwägen, wird die Verfügbarkeit eines Hausarztes zu einem wichtigen Faktor, den es im Vorfeld zu prüfen gilt.

Straße in einem ländlichen deutschen Dorf mit einem kleinen Schild für eine Arztpraxis

Was die Forscher ändern wollen

Die Autoren argumentieren, dass die bloße Ausbildung weiterer Ärzte die Versorgungslücke nicht schließen wird und dass die Organisation der Primärversorgung verändert werden muss. Ihre Empfehlungen, die auch in der Pressemitteilung von presseportal.de aufgegriffen werden, konzentrieren sich auf interprofessionelle Teams, in denen Praxispersonal, Pflegekräfte und andere Fachkräfte Aufgaben übernehmen, die keinen Arzt erfordern. Diese Delegation von Routinearbeiten soll die knappe Zeit der Hausärzte für die wirklich dringenden Fälle freisetzen.

Die Telemedizin bildet die zweite Säule. Die Studie fordert einen kontinuierlichen Ausbau von Videosprechstunden und Fernüberwachung, damit Patienten in unterversorgten Gebieten medizinische Beratung ohne lange Anfahrtswege erhalten können. Die Forscher wünschen sich außerdem, dass die Primärversorgung als eigenständiger, gut geführter Teil des Gesundheitssystems verankert wird, mit klareren Verantwortlichkeiten und attraktiveren Arbeitsbedingungen, um den Fortbestand von Praxen auch nach dem Ausscheiden ihrer Inhaber zu sichern. Diese Vorschläge richten sich an politische Entscheidungsträger und sind noch keine in Kraft getretenen Maßnahmen.

Was dies für im Ausland lebende Ausländer bedeutet, die sich registrieren möchten

Wenn Sie neu in Deutschland sind, ist es ratsam, sich frühzeitig einen Hausarzt zu suchen, anstatt erst im Krankheitsfall einen zu finden. Sie müssen nicht zwangsläufig einem Hausarzt zugewiesen werden; Sie wählen selbst einen und melden sich in der Praxis als Patient an, in der Regel telefonisch oder persönlich, um zu fragen, ob neue Patienten aufgenommen werden. Bringen Sie Ihre Krankenversicherungskarte mit und seien Sie darauf vorbereitet, dass manche Praxen in Ballungsräumen oder ländlichen Gebieten bereits keine neuen Patienten mehr aufnehmen. Unser Leitfaden dazu Zugang zur medizinischen Versorgung in Deutschland Erläutert, wie Termine, Überweisungen und Notfälle ablaufen.

Der Hausarztmangel macht es auch wichtig zu verstehen, wie das gesamte Gesundheitssystem zusammenhängt, einschließlich der Rolle der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung und wie man über den Hausarzt Fachärzte erreicht. Wenn eine Praxis in Ihrer Nähe voll belegt ist, können Sie es in Nachbarorten versuchen, Ihre Krankenkasse um Hilfe bei der Suche nach einem Arzt bitten, der Patienten aufnimmt, oder den bundesweiten telefonischen Terminservice nutzen. Unser Überblick das deutsche Gesundheitssystem Diese Routen werden dort detaillierter erläutert. Vorausschauende Planung ist der beste Schutz vor einem Mangel, der sich laut aktuellen Prognosen noch verschärfen wird.

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