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EU-Israel-Sanktionen: Deutschland verweigert Gaza seine Unterstützung

by WeLiveInDE
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Deutschlands Entscheidung, die vorgeschlagene Suspendierung Israels von Teilen des EU-Forschungsfonds „Horizont Europa“ nicht zu unterstützen, hat die Union in eine Pattsituation um die EU-Sanktionen gegen Israel gestürzt, während sich die humanitäre Krise im Gazastreifen verschärft. Bei einem Treffen der EU-Botschafter in dieser Woche forderten Berlin und Rom eine „weitere Analyse“ und verhinderten damit die Abstimmung mit qualifizierter Mehrheit, die die Europäische Kommission für Strafmaßnahmen erhofft hatte.

Der Maßnahmenentwurf würde den israelischen Zugang zum 10 Milliarden Euro schweren EIC Accelerator einfrieren. Das Programm ist Hightech-Start-ups vorbehalten, die an Dual-Use-Innovationen wie Cybersicherheit, Drohnen und künstlicher Intelligenz arbeiten. Brüssel argumentiert, Israels Verhalten in Gaza verstoße gegen die Menschenrechtsklausel des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel, das die Grundlage für die gesamte bilaterale Zusammenarbeit bildet.

Berlin und Rom verschieben Abstimmung über Sanktionen

Deutsche Diplomaten erklärten ihren Kollegen, sie müssten zunächst beobachten, ob Israels jüngste Schritte zur Ausweitung der Hilfslieferungen nachhaltig seien. Vertreter in Rom schlugen einen ähnlichen Ton an und betonten, ein Abbruch der Forschungsbeziehungen könne den Dialog mit den israelischen Behörden behindern. Da Deutschland und Italien zusammen über genügend Bevölkerungsanteil verfügen, um eine qualifizierte Mehrheit zu erreichen, legte ihr Zögern das Verfahren praktisch auf Eis.

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht sich wachsendem innenpolitischem Druck ausgesetzt. Die oppositionellen Sozialdemokraten und Grünen unterstützen die Linie der Kommission, während die konservativen Koalitionäre auf die Nachkriegsverantwortung Berlins gegenüber Israel verweisen. Außenminister Johann Wadephul reist am Donnerstag nach Jerusalem und wirbt um Zugeständnisse, die Sanktionen unnötig machen könnten.

Horizon Europe wird zum Schlachtfeld

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, der Forschungsstopp betreffe nur sicherheitsrelevante Start-ups; Universitäten und gemeinsame akademische Projekte würden weiterhin förderfähig bleiben. Brüssel setzte das gleiche Rechtsinstrument 2022 gegen Russland nach dessen Invasion in der Ukraine ein und argumentierte, Forschungsgelder dürften nicht an Akteure fließen, die die EU-Vertragsprinzipien untergraben.

Israelische Tech-Lobbyisten warnen, dass ein Ausschluss vom EIC Accelerator Unternehmen Dutzende Millionen Euro an Zuschüssen und Private-Equity-Finanzierungen kosten könnte. Die deutsche Hochschulrektorenkonferenz hält dagegen, dass „die Brücken zur Wissenschaft offen bleiben“ sollten, und legt damit Risse innerhalb der europäischen Forschungsgemeinschaft offen.

Humanitäre Notlage führt zu politischem Druck

UN-gestützte Beobachter berichten von einem starken Anstieg der Unterernährung bei Kindern und warnen, dass sich in Gaza nun Hungersnöte ausbreiten. Seit Mai sind über 1,000 Zivilisten in Warteschlangen für knappe Hilfsgüter gestorben. Die Kommission argumentiert, diese Tatsachen rechtfertigten ein schnelles Vorgehen gegen Israel, um humanitäre Normen durchzusetzen.

Israel weist darauf hin, dass es 1.87 Millionen Tonnen Hilfsgüter in den Gazastreifen geliefert hat, und wirft der Hamas vor, die Lieferungen umzuleiten. Tel Aviv bezeichnet den EU-Plan als „fehlgeleitet“ und sagt, die Sanktionen würden die Militanten eher ermutigen als der Zivilbevölkerung helfen.

Mehrere Hauptstädte bezweifeln, ob die teilweise Aussetzung des Horizon-Programms tatsächlich mit qualifizierter Mehrheit beschlossen werden kann. Die Anwälte Ungarns und Österreichs argumentieren, dass Einstimmigkeit erforderlich sei, da der Schritt ein internationales Abkommen betreffe. Die Juristen der Kommission sind anderer Meinung und bereiten damit den Boden für einen möglichen Rechtsstreit, sollte die Maßnahme schließlich verabschiedet werden.

Selbst Befürworter räumen ein, dass eine Isolierung Israels in der Spitzenforschung das Land näher an nicht-westliche Partner rücken und den Einfluss der EU auf die Kriegsführung schwächen könnte. Französische Diplomaten plädieren daher für eine strenge Überprüfungsklausel, die die Finanzierung wieder aufnehmen würde, sobald nachweisbare Verbesserungen erzielt werden.

Einzelne Hauptstädte bewegen sich auf eigene Faust

Während Brüssel zögert, werden nationale Initiativen beschleunigt. Frankreich und Großbritannien versprechen, die palästinensische Eigenstaatlichkeit auf der UN-Generalversammlung im September anzuerkennen, sofern kein Waffenstillstand erreicht wird. Die Niederlande haben zwei rechtsextremen israelischen Ministern die Einreise verweigert und werden den israelischen Botschafter einbestellen. Slowenien und Irland bereiten Handelsverbote für Siedlungsgüter vor.

Gleichzeitig haben Ungarn und Tschechien angekündigt, ein umfassenderes Wirtschaftsembargo zu blockieren, was die Zersplitterung der EU-Landschaft unterstreicht. Beobachter meinen, die Mischung aus einseitigen Gesten und stockendem kollektivem Handeln zeige, wie die Pattsituation um die EU-Sanktionen gegen Israel sowohl die europäische Einheit als auch die Glaubwürdigkeit der Menschenrechtsrhetorik auf die Probe stellt.

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